Im Rahmen des Hessentags 2017 in Rüsselsheim sollte am 14. Juni die „Rap-Night“ stattfinden, bei der u.a. auch die Künstler Felix Blume alias „Kollegah“ und Farid Hamed El Abdellaoui alias „Farid Bang“ auftreten, deren Texte immer wieder homophobe, sexistische, antisemitische und gewaltverherrlichende Zeilen aufweisen.

Der LSVD Hessen hatte den Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim und den Hessentagbeauftragten diesbezüglich deshalb um eine Stellungnahme gebeten. Die Stadt Rüsselsheim beansprucht auf der aktuellen Website des Hessentags für sich, „vielfältig, interkulturell und weltoffen“ zu sein. Wir wollten an dieser Stelle gern erfahren, inwiefern dieses Image mit den Auftritten der beiden Interpreten vereinbar ist.

Das Anschreiben an den Hessentagbeauftragten könnt Ihr hier einsehen. 

Zwar haben wir keine Reaktion der Verantwortlichen erhalten, dafür scheint unsere Anfrage sowie die weiterer Verbände und der Landesregierung, die sich offen gegen die Auftritte der beiden Künstler aussprachen oder diese zumindest infrage stellten, zu einer erneuten Debatte innerhalb der Stadtverwaltung Rüsselsheim geführt zu haben. Am 01.02.2017 erklärte der Oberbürgermeister Patrick Burghardt nach anfänglicher Resistenz, dass er der Stadtverordnetenversammlung, die am 02.02.2017 erneut über das Stattfinden der Rap-Night entscheiden sollte, nun doch empfehle, die Rap-Night abzusagen. So wurde am Donnerstagabend (02.02.2017) innerhalb der Stadtverordnetenversammlung mit einer Stimme Mehrheit beschlossen, die Veranstaltung komplett zu kippen

Oberbürgermeister Burghardt kündigte auf dem Nachrichtendienst Twitter allerdings an, dass „Kollegah“ zu einer Diskussionsrunde der Stadt eingeladen wurde, die der Künstler auch annahm. Der LSVD Hessen ist natürlich ebenfalls bereit, an diesem offenen Meinungsaustausch teilzunehmen, denn die inhaltliche Auseinandersetzung mit Diskriminierung steht nach wie vor an erster Stelle, um Verständnis und Toleranz einen Weg zu bahnen.

Wir halten Euch weiterhin zu diesem Thema auf dem Laufenden.