Faktenfreies Symposium der sog. „Demo für Alle“ in Wiesbaden

Am 06. Mai wird ein Bündnis aus besorgniserregenden Eltern, christlich-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen das Symposium „Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre“ im Wiesbadener Kurhaus abhalten. Dazu erklärt Matthias E. Janssen, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Hessen:

Organisiert wird das Symposium von besorgniserregenden Eltern, evangelikalen und rechtspopulistischen Gruppierungen um Hedwig von Beverfoerde. Dieses Netzwerk steckte hinter der Stimmungsmache gegen den Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ und wetterte ebenfalls gegen die Reformierungen der Richtlinien zur Sexual- und Familienaufklärung in Hessen und Bayern. Beverfoerde organisiert die homophobe „Demo für alle“, sitzt im Redaktionsbeirat der rechtpopulistischen Freien Welt und war lange Zeit Sprecherin der Initiative Familienschutz um die AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Ihr geht es um Abwertung und Ausgrenzung all jener, die nicht ultrakatholischen und rechtspopulistischen Familien- und Geschlechterbildern entsprechen. Sie schafft damit den Nährboden für Ausgrenzung und Anfeindungen.

Die dubiosen und unsachlich-schwammig formulierten Argumente der sog. „Demo für Alle“ müssen als das entlarvt werden, was sie sind – minderheitenfeindlich. In dem „Forderungspapier der Elternaktion Bayern / Demo für Alle“ zeigt sich deutlich, welche kruden Forderungen von diesem besorgniserregenden Netzwerk ausgehen. Das Thema „sexuelle Identität“ soll nach dem Willen der Gleichstellungsgegner*innen gänzlich aus der Schule verbannt werden. Erziehung zu gegenseitigem Respekt und zur Akzeptanz ist in den Augen der „Demo für Alle“ bloße Indoktrination.  Kongresse wie das geplante Symposium setzen sich nicht für das Kindeswohl oder für die Stärkung von Kindern und Jugendlichen ein, sondern den Organisator*innen geht es darum, Kinder aus Regenbogenfamilien, Jugendliche und junge Erwachsene und nicht zuletzt alle Menschen, die nicht der Heteronormativität entsprechen an den gesellschaftlichen Rand zu drängen und sie in der Unsichtbarkeit verschwinden zu lassen.

In Wiesbaden geht es jetzt darum Haltung zu zeigen. Den gesellschaftlichen Rollback hält man nicht auf, in dem man nachgibt! Wir stellen uns in Wiesbaden an die Seite all jener , die für eine pluralistische und freiheitlich-demokratische Gesellschaft eintreten und dafür streiten, dass es allen Menschen garantiert werden muss, zu jederzeit, an jedem Ort und ohne Angst vor Anfeindung verschieden zu sein.

Der LSVD-Hessen tritt für einen selbstverständlichen und gleichwertigen Umgang mit unterschiedlichen Lebensformen, gerade auch in Schulen und Kitas, ein. Schulen und Bildungseinrichtungen haben besonders heute den Auftrag junge Menschen auf gesellschaftliche Vielfalt im Alltagsleben vorzubereiten. Eine selbstverständliche und unaufgeregte Thematisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Schule und Bildung wirkt präventiv und nachhaltig gegen Homo- und Transphobie. Das sollte genau wie Inklusion oder die Thematisierung von Rassismus und Antisemitismus wichtiger Bestandteil der Demokratie- und Menschenrechtsbildung sein. Dass die Akzeptanz von geschlechtlichen Identitäten und Orientierungen von den christlich-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen im Dunstkreis der „Demo für Alle“ dämonisiert werden zeigt, mit welchen pseudowissenschaftlichen Diffamierungen hier hinter verschlossenen Türen gearbeitet werden soll.  Statt sich dem offenen Diskurs zu stellen und eine wissenschaftlich fundierte Argumentation zuzulassen, will sich die „Demo für Alle“ in ihrem geplanten Symposium selbst mit ihren homo- und transphoben Inhalten beweihräuchern.

Der Verein „Warmes Wiesbaden e.V.“ hat eine Kundgebung am 06.05.2017 gegen das Symposium der „Demo für Alle“ initiiert. Als LSVD Hessen möchten wir an dieser Stelle zur Beteiligung an dieser Kundgebung aufrufen. Setzt Euch zusammen mit uns für eine offene und bunte Gesellschaft und gegen Hass, Ausgrenzung und populärwissenschaftliche Theorien ein.

Hintergrund
Kundgebung gegen das Symposium der „Demo für Alle“

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